requisimus AG · Deep-Tech Düngemittelproduktion

Fertilizer out of thin air — Dünger aus Luft, Wasser und Überstrom.

IonicImpact elektrifiziert die Stickstoffaktivierung mit Mikrowellenplasma und macht Düngemittelproduktion dezentral, klimaneutral und unabhängig von Erdgas — dort, wo sie gebraucht wird: direkt beim Landwirt.

TRL 4–5
aktueller Reifegrad
>1.000 h
Betriebsstunden im Test
<5 Sek.
Start-/Stopp-Zeit
5,5 Mio. €
Projektvolumen Pilot100
Warum jetzt

Die Landwirtschaft hängt an Erdgas — und an instabilen Lieferketten.

Stickstoffdünger wird bis heute energieintensiv aus Erdgas hergestellt: Haber-Bosch-Synthese bei 400 °C und 300 bar, gefolgt vom mehrstufigen Ostwaldverfahren. Das macht Preise und Versorgung anfällig — und die Produktion zu einem der größten industriellen CO₂-Emittenten der Welt.

~450 Mio. t
CO₂-Emissionen pro Jahr durch fossile Ammoniakproduktion weltweit
200–400 Mrd. $
Globaler Düngemittelmarkt 2025, ca. 205 Mio. t/Jahr Volumen
~35 %
Anteil der Düngemittel an den Kosten im Getreideanbau
Aktuelle Zuspitzung: Seit Ausbruch des Iran-Kriegs 2026 sind Ammoniak- und Harnstofflieferungen aus der Golfregion unterbrochen — die Preise für Stickstoffdünger sind spürbar gestiegen. Ernährungssicherheit und Preisstabilität hängen damit direkter denn je an fossilen Importen.
Die Technologie

Ein Prozessschritt statt zehn.

Ein Mikrowellenplasmareaktor aktiviert Stickstoff direkt aus Umgebungsluft bei Atmosphärendruck — ganz ohne Hochtemperatur- oder Hochdruckprozess. Das entstehende NOₓ wird in Wasser zu Salpetersäure oder Nitratdünger umgesetzt. Kein Erdgas, keine Zwischenstufe Ammoniak, keine Abgase oder Abwässer.

Über 1.000 Betriebsstunden wurden bereits erfolgreich absolviert; NOₓ-Konzentrationen von aktuell ca. 6 % gelten als Machbarkeitsnachweis, 12–15 % werden langfristig als erreichbar angesehen. Der aktuelle Demonstrator läuft mit 6 kW elektrischer Leistung und schaltet in unter fünf Sekunden.

KNO₃ · Kaliumnitrat HNO₃ · Salpetersäure Ca(NO₃)₂ · Calciumnitrat
Konventionell

Haber-Bosch + Ostwald

1–3 Steamreforming von Erdgas (850–900 °C)
4–7 Ammoniaksynthese (400 °C, 300 bar)
8–12 Ostwaldverfahren zu Salpetersäure
IonicImpact

Mikrowellenplasma

1 Luft + Strom → Mikrowellenplasma (NOₓ)
2 Katalytische Quenche & Reaktionslenkung
3 Absorption in Wasser → Dünger
Vision

Fertilizer Nodes: ein weltweites Netzwerk autonomer Düngerfabriken.

Statt Dünger in wenigen Großanlagen unter hohem Erdgasverbrauch zu produzieren und über lange Lieferketten zu verteilen, entsteht die Produktion dort, wo sie gebraucht wird: beim Landwirt, in Genossenschaften oder an Standorten mit viel erneuerbarer Energie. Standardisierte 100-kW-Module reagieren innerhalb von Sekunden auf schwankendes Stromangebot und nutzen gezielt Überschussstrom aus Wind- und Solaranlagen.

100 kW
Standardmodul, linear skalierbar (10× → 1 MW-Referenzanlage)
400–450 ha
Landwirtschaftliche Fläche, die eine einzelne Anlage versorgen kann
1.000–4.300 t/a
Düngemittel pro Anlage und Jahr, je nach Produkt & Konzentration
Produktionsleistung

Was ein 100-kW-Modul pro Jahr leistet

Annahme: 8.000 Betriebsstunden/Jahr, 1 Reaktor produziert 50 l HNO₃ (100 %) pro Stunde. Bei 100 kW elektrischer Leistung ergibt das rund 800 MWh Strombedarf im Jahr — flexibel abrufbar in Sekunden.

HNO₃ Salpetersäure
400 t/a · 443 ha
Ca(NO₃)₂ Calciumnitrat
521 t/a · 403 ha
KNO₃ Kaliumnitrat
641 t/a · 419 ha
HNO₃ — reines Produkt (t/a) Ca(NO₃)₂ — reines Produkt (t/a) KNO₃ — reines Produkt (t/a)
Detailtabelle anzeigen
ProduktReines ProduktFeldkonzentrationAusbringungsmengeBedarf/haVersorgbare FlächeEnergie/ha
HNO₃400 t/a38 %1.050 t/a2,4 t/ha443 ha1,8 MWh/ha
Ca(NO₃)₂521 t/a40 %1.300 t/a3,2 t/ha403 ha2,0 MWh/ha
KNO₃641 t/a15 %4.300 t/a10,3 t/ha419 ha1,9 MWh/ha
Roadmap

Pilot100 — von TRL 5 zur kommerziellen Referenzanlage

Ziel des Folgeprojekts: Entwicklung, Erprobung und Marktvorbereitung der ersten industriellen 100-kW-Anlage als Grundlage für die spätere kommerzielle 1-MW-Referenzanlage (10 × 100 kW).

Monat 1–12
→ TRL 6

M1 — Erste 100-kW-Pilotanlage

Engineering, Bau, Automatisierung und Inbetriebnahme des ersten industriellen Standardmoduls.

Monat 10–28
→ TRL 7

M2 — Feldbetrieb

Installation bei einem Pilotkunden; Validierung von Verfügbarkeit, Wartung, Wirtschaftlichkeit und Lastflexibilität.

Monat 16–30
→ TRL 8

M3 — Zulassung

Produktcharakterisierung, regulatorische Bewertung, Sicherheitsbetrachtung und Marktvorbereitung.

Monat 18–30
1 MW

M4 — Basic Engineering 1-MW-Anlage

Vollständiges Basic Engineering für die erste kommerzielle Referenzanlage aus zehn 100-kW-Modulen.

24.300 h
Geplante Arbeitsstunden über alle Arbeitspakete
2,43 Mio. €
Personalaufwand
3,07 Mio. €
Investitionsbudget (Reaktor, Katalyse, SCADA, Zulassung, Pilotbetrieb)
Team & Advisory Board

Interdisziplinäres Kernteam mit Prozess-, Industrialisierungs- und Marktkompetenz

SM
CEO & Sales
Dr. Steffen Mozer
MA
CTO & Process
Dr. Manfred Anders
HS
Project Manager & Industrialization
Henryk Sommer
SK
Automation & Commissioning
Sebastian Krauth
HS
Chief Market Expert
Hanno Somburg
CH
Chief Scientific Advisor
Prof. Dr. Christoph Hamel
MK
Chief Fertilizer Advisor
Dr. Mohammed Kamar
WR
Lead Customer Representative
Wolfgang Rüdiger
OvGU
Wissenschaftlicher Partner
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Klimawirkung

Der Case steht und fällt mit dem Strommix — das ist die Chance.

Betrieben mit dem heutigen deutschen Strommix liegt die Mikrowellenplasmaroute noch über den Emissionen der konventionellen HNO₃-Produktion. Mit erneuerbarem Strom oder Überstrom dreht sich das Bild deutlich.

0,68 t
CO₂e pro Tonne HNO₃ — konventionelle Produktion (Referenz)
0,89 t (+32 %)
CO₂e pro Tonne HNO₃ mit heutigem deutschen Strommix — noch kein Klimavorteil
0,06 t (−91 %)
CO₂e pro Tonne HNO₃ mit erneuerbarem Strom bzw. Überstrom
Theoretisches Potenzial: Bei vollständiger Substitution der deutschen Salpetersäureproduktion durch erneuerbar betriebene Mikrowellenplasmareaktoren ergibt sich ein rechnerisches Einsparpotenzial von rund 3,14 Mio. t CO₂e pro Jahr — das tatsächlich erschließbare Potenzial hängt von Skalierbarkeit, Strompreis und Verfügbarkeit erneuerbarer Energie ab.
Förderstrategie

Zwei komplementäre Wege zur Finanzierung von Pilot100

Bevorzugt

EIC Accelerator

Adressiert gezielt Deep-Tech-Innovationen von TRL 6 bis TRL 8 und unterstützt Entwicklung, Demonstration und Skalierung bahnbrechender Technologien mit hohem Marktpotenzial — passend zur 100-kW-Pilotanlage, Feldtests, Zulassung und dem Basic Engineering der 1-MW-Anlage.

6–12 Mon.bis Finanzierungsentscheidung
5–15 %geschätzte Erfolgsquote
Zweite Priorität

SPRIND — Bundesagentur für Sprunginnovationen

Fokus nicht auf der Plasmatechnologie selbst, sondern auf dem Potenzial, die zentralisierte Düngemittelproduktion grundlegend zu dezentralisieren — mit Bezug zu Ernährungssicherheit, Resilienz und Dekarbonisierung.

3–6 Mon.bis Finanzierungsentscheidung
9–30 %geschätzte Erfolgsquote

Geplantes Vorgehen: Teamklärung → SPRIND-Sondierungsgespräch → parallele EIC-Accelerator Short Application → Aufbau eines Industrial Advisory Boards (Landwirtschaft & Energiewirtschaft) → EIC-Vollantrag.

Für Investoren & Fördergeber

Gestalten Sie die dezentrale Zukunft der Düngemittelproduktion mit.

Wir suchen Fördermittelgeber, Investoren und Pilotpartner mit Zugang zu erneuerbarer Energie und landwirtschaftlicher Fläche, um Pilot100 auf den Weg zu bringen.

Dr. Steffen Mozer
CEO, requisimus AG
info@requisimus.com +49 711 37 07 615